Fachbereich Informatik

Lindemann

Kolloquium am 06.02.2002



Adaptives Qos/Revenue Management für mobile Kommunikationssysteme


Prof. Dr. Christoph Lindemann
(Universität Dortmund)

Mobile Kommunikationssysteme der dritten Generation (3G) wie das Universal Mobile Telekommunikation System (UMTS) sollen den mobilen Zugriff nicht nur auf E­mail und das Web ermöglichen sondern auch Video Streaming sowie interaktive Videokonferenzen unterstützen. Derartige UMTS Applikationen erfordern die Einhaltung von Dienstgüte (QoS). Die von der 3GPP vorgeschlagene QoS Architektur für UMTS sieht ein statisches QoS Management vor, welches nicht flexibel auf Veränderungen in der Verkehrslast reagieren kann. Somit wird sowohl die maximal mögliche Dienstgüte nicht bereitgestellt als auch der mögliche finanzielle Gewinn für Netzbetreiber (Revenue) nicht optimiert.

In diesem Vortrag wird zunächst ein Offline­Verfahren für die adaptive Regelung der Zugangskontrolle und des Schedulers für die Datenpakete in der Warteschlange des UMTS Funkzugangsnetzes vorgestellt. Der wesentliche Forschungsbeitrag besteht in der Einführung einer Performance Management Information Base (P­MIB) zur Maximierung der bereitgestellten Dienstgüte. Die P­MIB enthält die optimalen Werte der Systemparameter der Zugangskontrolle und des Schedulers für jede mögliche Verkehrslast. Diese Einträge werden offline durch umfassende Simulationsstudien bestimmt. Basierend auf diesem adaptiven Verfahren zum QoS Management in UMTS wird im zweiten Teil des Vortrags ein Online­Verfahren für das integrierte QoS/Revenue Management vorgestellt. Dieses Online­Verfahren verbessert nicht nur die bereitgestellte Dienstgüte für mobile Applikationen sondern erhöht auch den finanziellen Gewinn des Netzbetreibers für ein vorgegebenes Tarifierungsmodell. Als wesentliche Erweiterung werden die optimalen Werte der Systemparameter der Zugangskontrolle und des Schedulers bei diesem Verfahren mit geschlossenen Formeln online berechnet. Umfassende Leistungsstudien mit einem UMTS Simulator und synthetisch generierten UMTS Verkehrslasten veranschaulichen den Nutzen des vorgeschlagenen Verfahrens.

Termin : Mittwoch, 06.02.2002, 17.15 Uhr
Raum : Gebäude 46, Raum 280